Don’t ever reboot an ICE
Über die Bahn lästern ist ja eigentlich out, aber was mir Sonntag auf dem allwochendlicher Trip mit dem ICE von Duisburg nach Arnhem passiert ist, ist doch berichtenswert. Kurz nach der niederländischen Grenze, also kurz vor meinem Ziel, kam eine Durchsage, dass leider die Umstellung auf das niederländische Stromsystem (ja, das ist nicht das gleiche, wie in Deutschland, weswegen auf der Strecke auch spezielle ICEs eingesetzt werden) nicht richtig funktioniert hat und man den ICE wohl neustarten müsse. Ist wohl, wie bei normalen Rechnern auch: Ein Reboot wirkt Wunder.
Scheinbar wohl doch nicht beim ICE: Nachdem wir knapp 5 Minuten im Dunkeln verbrachte hatten und dann das Lichtsystem wieder hochgefahren war, haben wir sicherlich noch mal weitere 10 Minuten warten dürfen, bis der Zug ganz hochgefahren war. 15 Minuten Bootzeit, wow, aber ist ja auch groß so ein Zug, der darf das. Das Booten hatte aber dann doch nicht so ganz geklappt, sodass die freundlichen Zugbegleiter fluchend durch den Zug liefen. Das DECT-Bordtelefon funktionierte auch nicht, weswegen die an dem Schaltschrank hantierenden Mitarbeiter zwei Mal hin und herlaufen mussten, um etwas nachzufragen. Nach ein paar Minuten stellten sie fest, dass es der falsche Schrank ist und zogen zum Nächsten. Irgendwie schafften Sie es dann auch den Wagen ganz hochzufahren: Klimaanlage und Licht funktionierten wieder!
Aber nicht in allen Wagen. Nach weiteren Warteminuten kam dann eine Durchsage, dass der Zug nun abgeschleppt werden müsste und dann in Arnhem endet. Für mich wäre damit das Problem gelöst, viele Mitfahrer überlegten dann aber bereits, wie und ob sie die Anschlusszüge/-busse an ihren jeweiligen Zielbahnhöfen noch bekommen. Irgendwann war der Abschleppzug dann auch da und wurde angekoppelt. Dann wiederum eine Durchsage: „Wir haben nun leider ein Problem mit der Sauerstoffversorgung weil die Klimaanlage nicht mehr funktioniert. Wir können leider nur noch bis [den Namen der Stadt/des Ortes habe ich leider vergessen] fahren. Steigen Sie dort bitte in den vorderen Zug um.” Der fuhr dann doch immerhin nach Arnhem, wo ich natürlich noch den Bus verpasst habe und noch eine halbe Stunde warten musste. Insgesamt habe ich wohl aus Mülheim bis nach Hause knapp 5 Stunden gebraucht. Normalerweise benötige ich von Haustür zu Haustür ziemlich genau 2.


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